Teile diesen Beitrag

Team Deutschland zieht ins Finale des Speedway of Nations ein

Die Favoriten haben die Prognosen bestätigt, die Gastgeber verliehen der Veranstaltung Spannung bis zum Ende – das ist das Fazit des Monster Energy FIM Speedway of Nations, das der AC Landshut am Samstag im Landshuter Speedwaystadion ausrichtete. Schweden, überraschenderweise vor Polen, und Deutschland haben damit das Ticket fürs Finale Ende Juli im russischen Togliatti gelöst; ihre weiteren Gegner werden beim Race Off 2 am kommenden Wochenende in Manchester bestimmt.

Spannung im weiteren Sinne kam schon vor der Veranstaltung immer wieder auf, da die Wettervorhersage nichts Gutes versprach. Glücklicherweise hatten sich die Verantwortlichen bereits am Donnerstag entschieden, die Bahn abzudecken, da umfangreiche Regenfälle vorhergesagt worden waren.

„Das und die Absage des Trainings hat sich rückwirkend betrachtet als die einzig richtige Entscheidung erwiesen“, resümiert ACL Vorstand Gerald Simbeck. „Die Bahn war schließlich in gutem Zustand, auch außenherum ging viel. Für die Zuschauer hätte ich mir etwas angenehmere Temperaturen gewünscht, aber das entzog sich leider unserem Einfluss.“

Für die deutsche Mannschaft begann das Rennen vor knapp über 3.000 Zuschauern zunächst wunschgemäß mit einem 5:1 von Kai Huckenbeck und Martin Smolinski gegen die Italiener Nicolas Covatti und Paco Castagna. Huckenbeck gelang ein guter Start, Smolinski machte den verlorenen Boden in der zweiten Kurve wieder wett, indem er beide Italiener im Handstreich innen überholte. Schon etwas schwerer tat sich der Gastgeber dann gegen die Tschechen, bei denen insbesondere Vaclav Milik furios auffuhr. Immerhin konnten sich beide Deutsche an Miliks Teamkollegen Eduard Krcmar vorbeischieben und ein 3:3 herausholen. Bangen mussten die Fans dann nach dem Aufeinandertreffen mit den Slowenen und den überaus starken Schweden, befand sich die Mannschaft doch zu diesem Zeitpunkt durch zwei 4:2 hintereinander auf dem 5. Platz. In den letzten beiden Heats gaben die Gastgeber jedoch nochmal alles, auf ein 5:1 gegen die Ukraine folgte ein überraschendes 3:3 gegen die Polen, bei dem sich U21-Fahrer Michael Härtel noch an Patryk Dudek auf Rang 3 vorbeischieben konnte und damit den Fans gewaltig einheizte. Dies hieß dann insgesamt zunächst Platz 3 für die Mannen von Teammanager Herbert Rudolph.

Im abschließenden Hoffnungslauf gegen die Tschechen fuhren Martin Smolinski und Kai Huckenbeck nochmals ein 3:3 ein, so dass sie den insgesamt dritten Platz und damit den Finaleinzug ins Finale sicher machten. „Die Jungs haben nach einem kleinen Durchhänger nochmal super gekämpft und sich das Ticket nach Russland redlich verdient“, so Rudolph nach dem Rennen. „Insbesondere das 3:3 gegen die bärenstarken Polen hat uns einen wichtigen, so nicht unbedingt einkalkulierten zusätzlichen Punkt verschafft, der am Ende das Zünglein an der Waage war. Hier haben Martin und Michi ihre Kenntnis der Landshuter Bahn voll ausspielen können. Ich freue mich sehr über das Ergebnis, das bestätigt, dass der Finaleinzug im vergangenen Jahr keine Eintagsfliege war.“

Trotz aller Stärke der Polen, bei denen vor allem GP-Fahrer Bartosz Zmarzlik konstant punktete, hatten sie einem Team gegenüber das Nachsehen, das noch stärker auffuhr – die Schweden, bei denen „Fast Freddie“ einen Spitzentag erwischte und all seine Heats souverän gewann.

Auf den Plätzen vier und fünf fanden sich die Tschechische Republik und die Slowenen wieder, die jeweils mit Milik und Matej Zagar einen starken Mannschaftskapitän hatten, aber letztlich zu viele Punkte liegen ließen, um vorne mit dabei zu sein. Die Fans der Bundesligamannschaft des AC Landshut werden jedoch mit Freude gesehen haben, wie gut Neuverpflichtung Milik mit der Bahn zurechtkam; er war nach Fredrik Lindgren zweitbester Fahrer und gewann nur eines seiner Heats an diesem Abend nicht.

Zu kämpfen hatten erwartungsgemäß die Teams aus Italien und der Ukraine, wobei Nicolas Covatti einen Heatsieg für sich verbuchen konnte und immer Anschluss an die jeweils Führenden hielt. Die Ukraine hatte aufgrund einer Verletzung von Andry Karpov noch in letzter Minute umdisponieren müssen und setzte durchgängig auf ihren U21-Fahrer Marko Levishyn.

Nun heißt es also abwarten, wer sich am kommenden Wochenende beim zweiten Race Off im englischen Manchester durchsetzen wird – hier treffen die Teams aus Australien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Lettland und den USA aufeinander.

In Landshut jedenfalls ist man zufrieden mit der Veranstaltung. „Wir haben seitens BSI und der FIM Offiziellen großes Lob erhalten, das ich an dieser Stelle an alle Helfer weitergeben möchte. Ich bin stolz auf unsere ACL-Truppe und auf das, was wir hier immer wieder auf die Beine stellen“, beschließt Gerald Simbeck seine Betrachtungen zum Renntag.

Text: Claudia Patzak

Das Ergebnis im Einzelnen:

 

1. Schweden, 25 Punkte:

Fredrik Lindgren 18, Peter Ljung 6, Filip Hjelmland 1

2. Polen 24:

Patryk Dudek 7, Bartosz Zmarzlik 15, Bartosz Smektala 2

3. Deutschland 20:

Kai Huckenbeck 8, Martin Smolinski 11, Michael Härtel 1

4. Tschechien 19:

Vaclav Milik 16, Eduard Krcmar 2, Jan Kvech 1

5. Slowenien 19:

Matej Zagar 13, Matic Ivacic 4, Nick Skorja 2

6. Ukraine 10:

Stanislav Melnychuk 8, Andriej Rozaliuk NS, Marko Lewiszyn 2

7. Italien 9:

Nicolas Covatti 9, Paco Castagna 0, Michele Menani 0


Das Pressebüro der SVG sammelt und veröffentlicht Informationen der Mitgliedsvereine und ist nicht der Verfasser, sondern sortiert die Beiträge und gibt diese als gemeinsame Pressemitteilung heraus.

Homepage SVG: KLICK HIER!

Teile diesen Beitrag